Mit Geld um die Welt

Verreisen ohne Geld? Undenkbar. Geld öffnet die Türen zu den schönsten Hotels und spannendsten Museen. Aber Geld als Kunstwerk? Warum nicht!

Das kleine Museum der Münchner Bank, das passenderweise direkt neben der zentralen Einkaufsmeile Münchens liegt, wirft in der Ausstellung „Geld wirbt“ bis zum 30. September 2016 einen etwas anderen Blick auf das Zahlungsmittel, nämlich als Botschafter für das Land, aus dem es stammt.

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Und was gibt es nicht alles zu entdecken! Die ägyptischen Banknoten, beispielsweise, verbinden seit 1967 Kultur und Religion. So ist auf der Vorderseite jeweils eine bedeutende Moscheen abgebildet, auf der Rückseite ein Bauwerk oder Kunst des alten Ägyptens. Auf dem 50-Piastres-Schein sind es die berühmte al-Azhar-Moschee in Kairo und der Pharao Ramses II., der die berühmten Felsentempel von Abu Simbel erbauen ließ.

Auf den karibischen Banknoten hingegen spielen Fauna und Flora die Hauptrolle zu. Hier finden sich endlose Strände, tropische Regenwälder und eine bunte,  einzigartige Tier- und Pflanzenwelt.

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Auch Südafrikas Banknoten legen den Fokus auf die beeindruckende Fauna und Flora des Landes.

Spannend auch die lettischen Banknoten: Der 100 Latu Schein zeigt auf der Rückseite die Ornamentik des aus rotem und weißem Wollgarn gewebten Gürtels von Lielvārdes, der die Vorstellungen der Letten und Liven vom Kosmos abbildet. Auf der Vorderseite ist das Porträt Krisjanis Barons zu sehen, der im 19. Jahrhundert – ähnlich den Gebrüdern Grimm – alte Volkslieder, Märchen und Sagen aufzeichnete und so für die Nachwelt erhielt.

 

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Die Ausstellung bietet viele überraschende Details zu den Hintergründen und zur Geschichte der Banknoten.

In einer der Vitrinen ist ein Not-Schein von 1928 zu sehen. Usprünglicher Wert: 50 Millionen Mark. Mit roter Farbe aber wurde ein neuer Wert darüber gestempelt: 50 Milliarden!

Wie fade wirken dagegen die schnöden Euro-Scheine! Brücken und Fenster in den verschiedenen Architekturstilen der Epochen verbinden die Länder des Kontinentes, aber, jetzt kommt es: keine einzige der Brücken und kein einziges der Fenster gibt es so wirklich! Man wollte in der Gestaltung niemanden bevorzugen oder benachteiligen… Nun gut. Stattdessen werben nun die Münzen mit ihren Motiven. Auch schön!

Das Museum ist winzig und liegt im Keller der Schalterhalle der Münchner Bank am Frauenplatz 2 in München. Keine Ahnung,  ob es irgendjemand kennt, aber die Ausstellung ist mit Liebe gemacht und ich für meinen Teil fand den Aspekt, Banknoten als Appetithappen und Anregung für den Reisehungrigen zu betrachten, sehr hübsch. Wer also Lust und Zeit hat, ohnehin in der Stadt und auf der Suche nach Reiseinspiration ist, bis 30. September läuft die Ausstellung noch. Der Eintritt ist frei.

„Geld wirbt!“
Münchner Bank Museum
Frauenplatz 2 (Eingang Augustinerstraße)
80331 München
U- und S-Bahnstation Marienplatz

PS: Sorry wegen der Bildqualität!

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