Streifzug durch Venedig

Venedig! Wie so viele bin auch ich der Lagunenstadt hoffnungslos verfallen.

Das erste Mal habe ich Venedig am Ende meiner ersten Solo-Reise durch die Toskana für mich entdeckt. Ich hatte damals ein Hotel auf dem Lido gebucht, sehr einfach, aber für meine Zwecke völlig ausreichend.

Ausgangspunkt für diesen Streifzug ist allerdings die Vaporetto-Station an der Piazzale Roma, unweit des Bahnhofs. Anstatt der meist überfüllten Linien wie die Nr. 1, die ankommende Touristen auf dem Canal Grande zum Markusplatz bringt, bevorzuge ich die Routen über den Giudecca-Kanal, zum Beispiel die Linie 2.

Guidecca1
Aussicht auf das Dorsoduro-Viertel vom Giudecca-Kanal aus.

Der Giudecca-Kanal ist deutlich breiter als der Canal Grande und die Fahrt, besonders am frühen Morgen, meist sehr ruhig.  Sie erlaubt es dem Venedig-Besucher, sich der Stadt auf eine  etwas beschaulichere Art und Weise zu nähern, sie auf sich wirken zu lassen, ohne die Sinne gleich zu Beginn des Besuchs zu überfordern. Dazu ist später noch genügend Zeit!

Auf der sonnigen Südseite des Dorsodouro steigt man an der Landestelle Zattere aus. Hier befindet sich das Hotel La Calcina, das, so habe ich gelesen, immer sehr fühzeitig ausgebucht ist. Ich kann sehr gut nachempfinden, wieso sich so viele Gäste ausgerechnet hier so wohl fühlen.

Während den unzähligen Gassen und Gässchen entlang des Canal Grande unbestritten der Charme eines verwunschenen Labyrinths innewohnt, genieße ich die relative Weite des Dorsoduro. Einfach an der Ufermauer in der Sonne zu sitzen und dem rhythmischen Plätschern der Wellen zu lauschen ist für mich pure Entspannung.

Abgesehen davon kann man im Dorsoduro auch schon viel entdecken:  eine Gondelwerkstadt, beispielsweise.

Gondelwerkstatt
Reparaturwerkstatt alla Venezia.
Lineadombra
Die Holzterrasse des Ristorante Lineadrombra mit Blick auf die Insel Giudecca sieht sehr einladend aus, trotzdem war ich noch nie als Gast dort. Das nächste Mal vielleicht!

Auf der anderen Seite des Dorsoduro liegt die die Basilica Santa Maria della Salute, die entfernt an eine Miniaturversion des Petersdoms erinnert.

PortaldellaSalute
„Schau mal, der Petersdom!“ Das habe ich tatsächlich eine Schülerin verzückt rufen hören, als ich dann doch einmal die Linie 1 über den Canal Grande gewählt hatte.

Von der Basilica aus geht es mit dem Vaporetto hinüber zu San Marco, dann vorbei an der berühmten Harry’s Bar in Richtung Campanile und Dogenpalast. Herrscht Aqua Alta, kann es auf dem Markusplatz übrigens zu überaus kuriosen Szenen kommen. Dutzende Touristen, die Kameras, iPads und Handys gezückt, versammeln sich dann rings um die zahlreichen Gullys, als hätten sie noch nie in ihrem Leben eine Wasserpfütze gesehen.

SanMarco
Mittlerweile ist es Mittag geworden. Rund um den Markusplatz gibt es viele Restaurants und Bäckereien, teuer ist es überall hier. Ich verkneife mir allerdings noch das Essen; ich habe es lieber, wenn ich dabei ein wenig meine Ruhe habe. Also geht es weiter, am Dogenpalast und der Seufzerbrücke vorbei in Richtung Castello und Giardini Biennale, wo, wie der Name schon sagt, die alljährliche Film-Biennnale stattfindet. In den weitläufigen Gärten gibt es ein kleines, schattiges Café, wo ich mir Sandwich und Espresso schmecken lasse. Wer möchte, kann übrigens auch mit dem Vaporetto dorthin fahren (Linie Giardini).

Eine besondere Perspektive auf Venedig erhält man, indem man nun zum Lido übersetzt. Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde hin und auch wieder zurück, und wenn auch das Lido nicht viel zu bieten hat, die Aussicht auf die Lagunenstadt ist von dort aus einfach fantastisch.

Lido
Venedig, vom Lido aus betrachtet, entwickelt noch einmal einen ganz anderen Zauber.

Wieder zurück an den Giardini und ein wenig wacklig auf den Beinen vom stetigen Schaukeln des Vaporetto mache ich mich erneut auf in Richtung Castello. Auch hier ist die Stadt weitläufiger, ursprünglicher in dem Sinne, dass man den Eindruck hat, dass hier wirklich Einheimische leben, dass die Stadt nicht nur ein Freiluftmuseum für Touristen ist.

Castello_Arsenale
Ich bewege mich langsam wieder zurück zum Markusplatz, vorbei am Dom San Marco und den weitläufigen Arkaden hinüber ins Cannareggio und sehe mir dabei die Rialto-Brücke von Weitem an.

Rialto
Lieber aber kehre ich bereits bei der Ponte dell’Accademia wieder auf die andere Seite des Canal Grande zurück, ins Viertel San Polo. Der Campo San Polo ist die zweite kleine Oase, die ich in Venedig für mich entdeckt habe. Sich an den Tischen vor einem der Cafés oder Restaurants niederlassen und das spätnachmittägliche Treiben genießen – herrlich!

Campo San Polo
Der Campo San Polo, neben der Ufermauer des Dorsoduro mein liebster Rückzugsort in Venedig.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch!

Abendstimmung_Venedig

Liniennetz der Vaporetto-Strecken
Buch-Tipp: Venedig – Die Kultrezepte

 

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