Mein perfektes Wochenende in Meran

Schönwettergarantie, italienisches Flair, alpine Panoramawege, all das brauche ich mindestens ein Mal im Jahr, und zwar in Form eines verlängerten Wochenendes in Meran.

Meine bevorzugte Reisezeit ist der Mai, weil es dann noch nicht ganz so heiß ist, aber auch im September lohnt sich der Trip über Brenner und Jaufenpass allemal.

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Tag 1
Mein perfektes Wochenende beginnt am Donnerstag im Castel Rundegg, ein familiengeführtes Hotel, in das es mich vor vier Jahren eher zufällig verschlagen hat und das seitdem zu meiner Stammadresse in Meran geworden ist.

Je nach Ankunftszeit lohnt sich ein Spaziergang über den Tappeinerweg hinauf zum Schloss Tirol. Die Route führt vom Hotel über Kirch-Steig und Sommerpromenade quer über die kühlende Passer ins Zentrum von Meran. Ab hier ist der Tappeinerweg bereits ausgeschildert.   Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass er durchaus Ballerina-tauglich ist, jedoch gibt es einiges an Kopfsteinpflaster und auch sandigen Untergrund zu bewältigen, weshalb ich eher zu Sneakers rate. Hut nicht vergessen, Schatten hat es auf dem meist eben verlaufenden Panoramaweg so gut wie keinen. Ein kleiner Lichtblick: Ein kleiner Kiosk beim Schloss Tirol verkauft leckere Limonade und Eis, die perfekte Verpflegung für das folgende Abendstimmungs-Kino. Ach ja, Sonnenhüte gibt es dort auch! Nur so für den Fall…

Neben dem Eingang des Schlosses befindet sich ein Balkon, von dem aus sich die Aussicht über Meran und Algund bestens genießen lässt. Ich gestehe, dass ich mich gerne auf die breite Brüstung setze, wenn sie von der Sonne noch ganz warm ist, und einfach genieße.

Wenn ich dann genug habe, führt der Abstieg entweder durch das Dorf Tirol oder wieder denselben Weg zurück.

Tipp: Entlang der Passer, an der Winterpromenade, gibt es viele Cafés und Bars mit so schönen Namen wie „Darling“,  „Sissi Royal“ oder „Café Wandelhalle“. Aperol und Sandwiches bieten sie alle, und wer noch einen Nachtisch möchte, kann sich in der Eisdiele versorgen. Der perfekte Einstieg ins lange Wochenende.

Tag 2
Am zweiten Tag mache ich immer eine lange Wanderung, wobei ich zugegebenermaßen pro Etappe in der Regel eine Viertelstunde länger brauche, weshalb aus einer Fünf-Stunden-Wanderung gerne mal sieben Stunden werden. Also, je nach Tempo entsprechend Zeit einplanen! Zwei Wanderungen, die ich empfehle kann, sind der Passeirer und der Meraner Höhenweg. Während sich der Passeirer Höhenweg eher für September eignet, da im Mai noch Schnee auf dem Grat liegen kann und die Steine am Weg auch im Sommer rutschig sein können, habe ich  bei meinem letzten Besuch im Mai den Meraner Höhenweg gewählt.

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Start ist etwas außerhalb Partschins die Talstation der Texelbahn, mit Auto oder Bus erreichbar. Mit der Bahn fahrt ihr bis zur Bergstation und geht von dort aus auf dem Meraner Höhenweg (Nr. 24) Richtung Nasereit Hütte. Der Weg führt über gut begehbare Waldwege, nur kurz vor der Hütte gilt es ein Schotterfeld zu queren, das im Mai auch noch von Schnee bedeckt sein kann. Lasst euch davon aber nicht schrecken, wenn ihr euch unsicher fühlt, packt Gehstöcke ein und nutzt diese hier. Geht an der Nasereit Hütte vorbei und rechts hinter dem Gebäude auf die Brücke, die euch wieder in den Wald führt. Es geht bergauf auf dem Meraner Höhenweg. Oben angekommen habt ihr ein paar erste Eindrücke von den herrlichen Panoramen, die sich den Weg entlang immer wieder auftun. Folgt den Markierungen in Richung Tablander Alm, dem höchstgelegenen Punkt der Tour, und geht danach zum Hochganghaus. Dann auf steileren Pfaden hinab zur Leiteralm, wo ihr etwa die Hälfte der Strecke geschafft und euch deshalb eine Einkehr verdient habt. Von der Leiteralm aus führt ein Weg (Nr. 25) hinunter nach Vellau. Der Weg teilt sich später in eine  normale und eine steile Variante. Egal, welche ihr wählt, ihr haltet nach etwa einer Stunde Ausschau nach dem Gasteiger Haus, von dem aus eine Sesselbahn nach unten führt. Die nehmt ihr aber nicht,sondern geht durch den Hof und biegt nach links ab, in den Wirtschaftsweg. Der Weg (26a) führt nun in gemütlichem Auf und Ab durch Obstgärten und Laubwald nach Partschins zurück. Rechts seht ihr immer wieder die schneebedeckten Gipfel der Texelgruppe hervorleuchten.

Tag 3
Am dritten Tag wird es gemütlich. Nicht weit entfernt vom Hotel liegt die Talstation von
Meran 2000. Auf unschwierigen Wegen kann man hier im wahrsten Sinne des Wortes etwas kürzer treten. Tipp: Nehmt gleich die erste Bahn um 9 Uhr, ab etwa 11 Uhr wird es voll in diesem sehr beliebten Wandergebiet! Und eincremen nicht vergessen, Schatten gibt es keinen.

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Lohnenswert ist die Wanderung über das Missensteiner Joch zum Kratzberger See und, wer dann noch Lust hat, weiter zur Mittager Hütte und von dort aus wieder zurück zur Bergstation. Alternativ bringt auch die Wanderung zur Mittager Hütte allein viele tolle Panoramen und ist eine – trotz zusätzlichem Anstieg – sehr gemütliche Wanderung.
Dieses Mal lag am Missensteiner Joch noch Schnee, was viele Wanderer dazu bewog, entweder zum Kratzberger See zu wandern, oder umzukehren. Ich habe mich getraut und bin über den Schnee zur Hütte aufgestiegen, war dementsprechend ganz alleine mit der Aussicht. Auch nicht schlecht!

Tag 4
Sonntag, der Tag der Abreise. Wer, wie ich, die Straße über den Jaufenpass nach Sterzing dem Umweg über Bozen vorzieht und noch Kraft in den Beinen hat, sollte früh aufstehen und die Matatzspitze besteigen, die quasi auf dem Weg liegt. Allerdings ist der Weg dorthin sehr kurvenreich, so dass es etwas länger dauern kann, bis man am Ziel bzw. am Startpunkt ist. Es lohnt sich aber auf jeden Fall.

Startpunkt ist der Parkplatz oberhalb des Weilers Ulfas, der Weg führt dann über die Ulfaser Alm, bei der sich die Einkehr beim Abstieg übrigens auf jeden Fall lohnt. So leckerer Kuchen!  Der Anstieg ist unspektakulär, die Aussicht umso schöner.

Und das war es auch schon mit meinem Wochenende.

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